Barbara Miller | Alphamädchen #28

Das Alphamädchen des Monats ist Schweizer Regisseurin Barbara Miller. Sie ist verantwortlich für den Kinofilm #FEMALE PLEASURE. In diesem werden die fünf Lebensgeschichten von fünf Frauen aus fünf verschiedenen Weltreligionen begleitet. Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav wehren sich gegen die Dämonisierung der weiblichen Sexualität. Sie setzen sich für Aufklärung und sexuelle Selbstbestimmung ein. Barbara Miller führt in #Female Pleasure vor Augen, wie Diskriminierung, Frauenhass und sexualisierte Gewalt überall auf der Welt zusammenhängen. Diese fünf mutigen Frauen zeigen jeweils nur ihre eigene Geschichte, doch stehen für so viele Frauen überall auf der Welt. Der Film macht Mut sich zu wehren, alte Ansichten zu hinterfragen und zu durchbrechen, sowie für sich selbst einzustehen.


Was war der Antrieb zum Film?

Die seit Jahrtausend praktizierte und weltweit in unseren Köpfen immer noch verankerte Diskriminierung von Mädchen und Frauen, des weiblichen Körpers und der weiblichen Sexualität, ein für alle Mal zu beenden.

Finden Sie die religiöse Unterdrückung bzw. Beeinflussung gravierender oder die gesellschaftliche?

Ich finde jegliche Form der Unterdrückung gravierend!

Wieso haben Sie sich gerade für diese fünf Frauen entschieden? Und wie sind Sie mit ihnen in Kontakt getreten?

Es sind fünf unglaublich mutige Frauen. Und sie haben es gewagt, dass Tabu des Schweigens zu brechen, das ihre Gesellschaft, Kultur oder Religion über das Frausein, den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität gelegt hat. Auch wenn sie einen enorm hohen Preis für ihr Engagement bezahlen.

In Kontakt getreten bin ich mit ihnen übers Internet und dann habe ich alle rasch möglichst persönlich getroffen.

Gibt es eine Geschichte, die Sie besonders bewegt hat?

Alle 5 Lebensgeschichten der Protagonistinnen sind zutiefst berührend. Und machen Mut. Sie bei ihrer Befreiung filmisch begleiten zu können und mitzuerleben, welchen Impact ihr Engagement hat, war unglaublich berührend. Zum Beispiel, dass Leyla Hussein erreicht, dass Massai-Männer und ultrareligiöse Muslime sich gegen Genitalverstümmelung stark machen. Dass man alles verlieren kann, wie Deborah Feldman und Doris Wagner, aber gestärkt daraus hervorgehen und ein neues, glücklicheres Leben aufbauen kann.

Was soll der Film bestenfalls gesellschaftlich ändern?

Dass Frauen und Mädchen endlich in allen Belangen und weltweit, als gleichwertig wahrgenommen werden. Und auch Männer erkennen, dass nur ein respektvolles, lustvolles Miteinander uns alle weiterbringt.

Was treibt Sie persönlich an?

Mein Gerechtigkeitssinn.

Woher schöpfen Sie Ihre Energie?

Aus dem Gefühl, mit meinen Filmen etwas bewegen und verändern zu können. Und einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Allen voran für Mädchen und Frauen.

Haben Sie ein Vorbild?

Olympe de Gouges. Sie verfasste 1791 die allererste «Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin» und verlangte, dass die Forderungen der Französischen Revolution: «Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit» auf für Frauen gelten! Das war so revolutionär, dass sie dafür hingerichtet wurde!

Und sehen Sie sich selbst als Vorbild?

Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit andere Frauen inspiriere, für einen Wandel zu kämpfen und daran zu glauben, dass Veränderung möglich ist. Durch jede Einzelne von uns.

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