Lass uns über #metoo reden

#metoo hält sich jetzt schon eine Weile in den Medien. Immer wieder gibt es neue Berichte. Nach und nach trauen sich immer mehr Frauen ihre Geschichten von sexueller Belästigung und Übergriffen zu erzählen.

Immer wieder kommt die Frage auf „Warum haben sie so lange geschwiegen? Warum erzählen sie das jetzt? Brauchen all diese Frauen Aufmerksamkeit?“ Mit genau diesen Reaktionen ist die Frage doch beantwortet, warum alle so lange geschwiegen haben. All diese Frauen hatten Angst, dass man ihnen nicht glaubt. Niemand möchte als unglaubwürdig abgestempelt werden – vor allem nicht, wenn man über einen Eingriff in seine Intims- und Privatsphäre spricht. Jedes runterspielen des Erlebten macht das ganze Erlebnis noch schlimmer.

#metoo-Erlebnisse sollen alles Lügen sein?

Doch so viele haben ihre Geschichten erzählt, so viel kann sich niemand ausdenken. Wer hat denn bitte Zeit dafür sich so eine große Lüge auszudenken? Man fühlt sich nach einer sexuellen Belästigung angeekelt und schuldig – obwohl man nicht dafür verantwortlich ist. Man möchte das am liebsten verdrängen und vergessen. Oft fragt man sich auch, ob man vielleicht einfach zu empfindlich ist und ignoriert viele Sprüche und Gesten.

Nach dem aber so viele Promis ihre Geschichten von sexueller Belästigung und Machtausnutzung von Vorgesetzten erzählt haben, triggerte das viele Frauen und jede hatte selbst mindestens einen Vorfall an den sie sofort denken musste. Aufgrund des Gemeinschaftsgefühls traute man sich auch seine Geschichte zu erzählen. Ich finde es auch wichtig. Niemand muss mit so einer Geschichte alleine klar kommen. Niemand ist damit alleine.

Darf man jetzt keine Komplimente mehr machen?

Außerdem hat diese #metoo-Welle viele Leute sensibilisiert und die Aufmerksamkeit für sexuelle Belästigung geschärft. Viele waren geschockt, wie viele ihrer Bekannten mindestens ein Erlebnis dieser Art hatten. Andererseits sind viele Männer verunsichert und eingeschnappt. Bemerkungen wie „Darf man jetzt nicht mal mehr Komplimente machen?“ werden immer lauter. Doch ich habe irgendwie im Netz eine einfache Regel gefunden: Sage nichts, was du nicht auch Mike Tyson – alternativ Haftbefehl – sagen würdest. Simple as that. Akzeptiere ein „Nein“ und nutze deine Machtposition nicht aus. Egal ob beruflich oder körperlich.

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