Richtiger Feminismus

Je mehr man sich mit Feminismus beschäftigt, umso mehr unterschiedliche Ansichten bekommt man mit. Es gibt eben nicht diesen „einen“ Feminismus. Das einzige was uns alle eint, ist die Tatsache, dass wir Veränderung wollen. Genauso wie ich nicht verstehe, wer festlegt was ein gutes Mädchen ist, verstehe ich nicht, wer festlegt, was „richtiger Feminismus“ bedeutet.

Nicht jede Feministin verbrennt BHs und verzichtet auf Tampons. Doch leider möchte auch nicht jeder die Gleichberechtigung aller Geschlechter, Hautfarben und Religionen. Es gibt traurigerweise auch Femnazis. Also Frauen, die lediglich die Gleichberechtigung der weißen Frau fordern. Alle andere sollen unterdrückt werden.

Andere wiederum wehren sich gegen den Schönheitswahn und schminken oder rasieren sich nicht mehr. Ein Teil davon verurteilt Frauen, die sich schminken und rasieren. Angeblich können das doch keine echten Feministinnen sein?

Gibt es den perfekten Feminismus überhaupt?

Viele möchten den Feminismus verbreiten, ärgern sich aber darüber, dass H&M & Co. plötzlich „Girl Power“-Shirts verkaufen. Anstatt Gemeinsamkeiten zu suchen, sucht man Gründe, warum andere keine „richtigen Feministen“ sind. Im Endeffekt ist doch niemand von uns perfekt. Wir alle optimieren uns Tag für Tag. Wir lernen alle was dazu und entweder entwickeln sich unsere Ansichten oder wir stagnieren.

Ich fühle mich durch BHs nicht eingeengt. Ich trage gerne Make Up – nicht weil ich es muss, sondern weil ich es möchte. Ich hasse Kleidungsvorschriften, die fordern, dass Frauen Röcke und High Heels tragen müssen. Ich bin dafür, die Periode zu enttabuisieren, und ich bin dafür, dass man über Verhütungsmittel und deren Folgen redet, als wäre es das normalste der Welt und nicht die Bauanleitung für eine Atombombe. Ich hasse Männer nicht, ich hasse Mansplaining. Ich bin für die Gleichberechtigung jeglicher Geschlechter, Hautfarben und Religionen. Ich habe kein Problem mit gegenderten und ungegenderten Texten. Ich verurteile nur Femnazis, alle anderen feministischen Ansichten höre ich mir gerne an. Ich achte meistens auf meine Figur – nicht für andere, sondern für mich. Aus dem Grund bin ich ein Fan von der Bodypositive-Einstellung. Sexismus ist scheiße, Rap mag ich trotzdem.

Ob ich nun eine “richtige Feministin“ bin, oder nicht kann jeder für sich selbst beurteilen. Aber denkt dran, wir möchten Veränderungen und ziehen eigentlich alle am gleichen Strang, oder?

 

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