Das war also das Jahr 2017

Ich liebe normalerweise die Zeit am Ende des Jahres. Nach Weihnachten ist es ruhig, niemand macht noch groß etwas, da man nur darauf wartet, dass das alte Jahr endet. Fast so als wäre es falsch, jetzt noch etwas Sinnvolles zu machen.

Doch dieses Jahr stehe ich noch total unter Strom, mein Kopf platzt vor Ideen, Aufgaben und Zielen. Mir fällt es schwer innenzuhalten um zu reflektieren. Obwohl ich dieses Jahr so viel gemacht und geschafft habe, wie schon lange nicht mehr, habe ich das Gefühl als wäre ich noch lange nicht fertig. Ich würde nicht mal sagen, dass ich nicht genug gemacht habe.

Was habe ich dieses Jahr gelernt?

Ich habe dieses Jahr gemerkt, dass ich mittlerweile genau weiß, was ich nicht möchte und das auch so zu kommunizieren – auch wenn ich damit immer wieder anecke. Aber es fühlt sich falsch an, mich so zu verhalten, wie man es von mir erwartet. Außerdem habe mittlerweile ein gutes Gespür von wem ich was erwarten kann. Wenn Leute mir sagen „Ich rufe dich morgen an.“, dann erwarte ich nicht, dass sie es tun. Oft passiert das nämlich nicht. Aber aufgrund fehlender Erwartungen meinerseits, ist da keine Enttäuschung oder irgendein ungutes Gefühl. Ich weiß, dass Menschen, die mir sagen, dass mein Selbstschutz unbegründet ist, relativ schnell ghosten und somit beweisen, dass er doch ganz sinnvoll ist. Aber auf der anderen Seite, habe ich unfassbar viel Liebe für die Leute, die mich angucken und sagen „Ey Vanessa, gerade spricht da nur dein Selbstschutz und nicht du!“

Mittlerweile bin ich hauptsächlich von kreativen und freischaffenden Leuten umgeben. Jeder von uns verfolgt seine Ziele und wir alle unterstützen uns wo wir nur können, doch das Privatleben haben wir alle vernachlässigt. Somit werfe ich niemandem Ignoranz oder böse Absichten vor, wenn man wochenlang auf Antworten wartet. Zwischen den ganzen To Dos und Selbstzweifeln, geht eben vieles unter. Aber auf der anderen Seite hatte ich dieses Jahr so viele gute, motivierende Gespräche mit reflektierten, guten Menschen und habe so viele schöne Gesten und passende Geschenke bekommen.

Während ich denke, dass ich viel zu wenig gemacht habe, sagen mir Leute, wie krass sie es feiern, dass ich so viel Output produziere. Wenn ich dann kurz innehalte, sehe ich, dass sie Recht haben. Deshalb nehme ich mir zukünftig vor, mehr Pause zu schaffen und zu checken, was ich überhaupt so gemacht habe. Einfach nur um kurz Stolz auf mich zu sein.

Was habe ich zum ersten Mal gemacht?

Um mal ein paar Dinge aufzuzählen, ich habe dieses Jahr mein erstes (Mail-)Interview geführt, hatte das erste Mal eine Presseeinladung, meine Illustrationen wurden das allererste Mal in einer Zeitschrift abgedruckt, ich habe das erste Mal Konzertfotos gemacht, dann habe ich anscheinend einen eigenen Illustrationsstil entwickelt, schaffe es seit ein paar Monaten mehrmals ins Fitnessstudio und sage meinen Schilddrüsenunterfunktions-Kilos damit den Kampf an. Auch meine Website hat ein Makeover bekommen. Außerdem hatte ich dieses Jahr auch das erste Mal eine Tattoomaschine in der Hand und habe mich damit ausprobiert.

Nach vier Wochen in der schwäbischen Heimat, habe ich gemerkt, dass es definitiv die richtige Entscheidung war nach Berlin zu ziehen. Urlaub in der Heimat ist schön, aber dort zu wohnen, kann ich mir einfach nicht mehr vorstellen. Nach einer Woche hatte ich schon das Gefühl, dass mir alles zu klein wird und ich abhauen muss. Nachdem meine Ärztin vermutet, dass die Schilddrüsenunterfunktion durch die Pille hervorgerufen wurde, habe ich nach neun Jahren voller hormonellen Verhütungsmitteln all das abgesetzt und fühle mich viel besser.

Mein letztes Date hatte ich im März – und ich muss sagen, zwischenmenschlich gesehen, war 2017 das entspannteste Jahr seit langem. Auch ohne Dating-Apps lebt es sich viel entspannter. Auf Komplimente habe ich auch in diesem Jahre meistens mit „Schleimer“ und Skepsis reagiert. In dieser Hinsicht hat sich nichts zum letzten Jahr verändert.

Vorsätze?

Vorsätze für das neue Jahr wecken eher selten meine Begeisterung, aber trotzdem habe ich ein paar Punkte, die ich mir für 2018 vorgenommen habe. Zu allererst möchte ich mehr schlafen – und wieder mehr rumfahren und diverse Städte mit meinem Auto und meiner Kamera entdecken. Ich möchte mehr Konzerte besuchen und Zeit mit meinen Freunden verbringen, anstatt komplett in meinen To Do-Listen zu versinken. Vielleicht schaffe ich es 2018 auch endlich mal auf’s Splash! Auf der anderen Seite wurde ich wirklich gerne lernen zu tätowieren. Sollte ich ganz mutig sein, probiere ich auch mal aus, was passiert, wenn ich meinen Selbstschutz fallen lasse.

Aber jetzt wünsche ich euch einfach einen guten Rutsch ins neue Jahr und nehmt euch nicht zu viel vor.

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